Neben dem klassischen evangelischen oder katholischen Religionsunterricht bieten viele Schulen auch Ethikunterricht an. Dies ist besonders für Andersgläubige interessant. Aber auch für Katholiken und Protestanten kann dies eine interessante Alternative sein.
In den meisten Schulen wird lediglich katholischer oder evangelischer Religionsunterricht angeboten. Nur sehr wenige Schulen bieten auch Religionsunterricht für Muslime an. Dabei leben mittlerweile rund 4 Millionen Muslime in Deutschland. Der Freie Verband der Muslime kritisiert dies. Für Gläubige anderer Minderheitsreligionen gibt es gar kein Religionsunterricht. Ein Unterrichtsfach für jede Minderheitsreligion anzubieten wäre aus Personalgründen auch schwer umzusetzen. Deshalb ist Ethikunterricht eine interessante Alternative für Andersgläubige. Aber auch für Katholiken und Protestanten bietet der Ethikunterricht für den sozialen Umgang wichtige Themen.
Im Ethikunterricht werden Werte und Normen vermittelt, die für das alltägliche Leben wichtig sind. Ein Thema ist zum Beispiel der Umgang mit Geld. So lernen die Kinder auch, wie sie sparsam mit Geld umgehen. Der Ethikunterricht überschneidet sich mit den unterschiedlichsten Fächern. So kann das Thema Geld schnell in den mathematischen Bereich reingehen. Mit einem Kreditrechner kann beispielsweise ausgerechnet werden, wann ein Kredit nützlich ist und wann ein Kredit in die Schuldenfalle verleitet. Mit dem Fach Biologie überschneiden sich besonders viele ethische Themen, wie zum Beispiel Abtreibung, Pubertät oder Umweltschutz.
Der Berliner Senat hat im Januar 2006 beschlossen, Ethik als Pflichtfach einzuführen. Die Schüler in Berlin können damit Ethik nicht mehr als Alternative zum Religionsunterricht wählen, sondern sind verpflichtet, an dem Fach Ethik teilzunehmen. Der Religionsunterricht kann zusätzlich auf freiwilliger Basis besucht werden oder abgewählt werden. Die Kirchen kritisierten diesen Beschluss. Sie fordern eine gleichberechtigte Stellung von Religions- und Ethikunterricht in einem Wahlpflichtmodell.
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