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Wo ist die Brüderlichkeit hin?

Wo ist die Brüderlichkeit hin?

Wer behauptet, dass in der EU alles Friede, Freude, Eierkuchen ist, der redet natürlich Unsinn. Zwar können wir uns alle glücklich schätzen, dass es keine bewaffneten Konflikte in Zentraleuropa mehr gibt und dass sich auch der Balkan wieder ganz gut stabilisiert hat, aber so ganz dicke Freundschaft zwischen den Ländern ist wohl immer noch nicht vorhanden. Zumal es wegen Religion auch in einigen Ländern zu Diskussionen kommt. Von den Medien wird dann gerne ein Kampf Christentum gegen Islam ausgerufen.

Dass es Reibungspotenzial zwischen den Religionen gibt, ist unbestreitbar, aber es sollte doch möglich sein, das Thema sachlich anzugehen. Doch leider liegt hier der Hund begraben, wenn wenige Personen diskutieren, kann es Fortschritte bringen, aber je mehr Menschen mitreden, desto polemischer wird es. Dabei machen andere Leute vor, wie man Hand in Hand arbeiten kann, nämlich die Mitglieder von apano (Asian Pacific American Network of Oregon). Hier tun sich asiatischstämmige Amerikaner zusammen, damit ihre Interessen vertreten werden. Das hört sich erst einmal nicht sehr spektakulär an, aber wenn man sich anschaut, aus welchen Ländern die Mitglieder ursprünglich kommen, sieht es schon anders aus.

So treffen sich hier Amerikaner deren Vorfahren Chinesen, Vietnamesen, Koreaner, Japaner usw. waren (teilweise finden sich hier auch Einwanderer erster Generation). Diese Nationen arbeiten in Asien auch nicht immer Hand in Hand, aber hier scheint es ja wunderbar zu funktionieren. Auf der anderen Seite stellt sich nach der schiefen Finanzlage von Griechenland und Irland anscheinend nur auf höchster politischer Ebene die Frage, wie man den beiden Ländern helfen kann und hat dafür einen Fonds eingerichtet, um den Staatsbankrott zu verhindern. Und geerntet haben beide Hohn und Spott. Da sind sich selbst Christentum und Islam einig, dass das nicht besonders brüderlich ist.

Bild: Rolf Handke / pixelio.de