Die Anzahl der Kirchenaustritte steigt nun schon seit Jahren rapide an. Die wenigsten Kirchen wissen die Jugend noch für die Religion zu begeistern und verlieren so schon an der Basis die Mitglieder. Natürlich ist es möglich, dass Menschen nur aus finanziellen Gründen aus der Kirche austreten, um die Steuer zu sparen und trotzdem religiös aktiv bleiben. Wahrscheinlich ist das aber nicht.
Vermutlich würde sich die Austrittsrate sofort schlagartig erhöhen, wenn man ohne Zahlen der Kirchensteuer kirchlich heiraten könnte. Denn das wollen die meisten Deutschen noch immer, Gott möglichst aus ihrem Leben verbannen, aber dann in seinem Haus heiraten. Und das ist ja auch nicht Sinn der Sache.
Viele Leute sind aber vielleicht auch nur zu faul für einen Kirchenaustritt und wollen die Formalien nicht über sich ergehen lassen. Auch hier wurde nun Abhilfe geschaffen, eine Schweizer Webseite nimmt den Schweizer Austrittswilligen die Arbeit ab…allerdings gegen eine stolze Gebühr von 99 Franken, obwohl ehrenamtliche Vereine einem die Formulare auch ausfüllen.
1992 hatte man übrigens das erste Mal ein Rekordaustrittsjahr, 190 000 Menschen traten aus der Kirche aus. Und andere Ereignisse sorgen immer wieder dafür, dass sich noch mehr Menschen als gewöhnlich für einen Austritt entscheiden. So gab es Anfang 2009 eine kleine Austrittswelle, weil Papst Benedikt XVI. Bischöfe der umstrittenen Pius-Bruderschaft begnadigte und Anfang 2010 kamen zahlreiche Missbrauchsskandale ans Licht.
Wirklich besorgniserregend war eine Umfrage, nach der ein Viertel der Christen überlegen aus der Kirchen auszutreten, die realen Zahlen lagen aber niedriger, aber immer noch höher als in den Vormonaten des Skandals. Dies sorgt weiter dafür, dass Kirchenein- und Kirchenaustritte nicht mal ansatzweise eine ausgeglichene Bilanz aufweisen.